EWS-Aus für Microsoft 365: Was Synology-Nutzer jetzt beachten müssen

Microsoft beendet die Unterstützung von Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online. Für Unternehmen, die Microsoft-365-Daten mit Synology-Lösungen sichern, ist das eine wichtige Änderung: Zum 1. Oktober 2026 wird EWS schrittweise deaktiviert, bevor der Dienst dann am 01. April 2027 endgültig abgeschaltet wird.

Betroffen sind insbesondere Backup- und Wiederherstellungsfunktionen der Synology-Lösungen Active Backup for Microsoft 365, ActiveProtect Manager sowie C2 Backup.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer Microsoft 365 mit Synology sichert, sollte die eigene Umgebung frühzeitig prüfen und vorbereiten.

Warum Microsoft EWS abschaltet

EWS wurde vor rund 20 Jahren eingeführt und galt lange als zentrale Schnittstelle für Exchange Online. Laut Microsoft erfüllt die Technologie jedoch zunehmend nicht mehr die heutigen Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit.

Künftig setzt Microsoft vollständig auf die moderne Microsoft-Graph-API. Viele Anwendungen wurden bereits migriert, weitere Anbieter befinden sich aktuell in der Umstellung.

Wichtig dabei: Die Abschaltung betrifft ausschließlich Exchange Online und Microsoft 365. Lokale Exchange-Server bleiben davon unberührt.

Welche Auswirkungen hat das auf Synology-Backups?

Die aktuellen Microsoft-365-Backup-Lösungen von Synology verwenden für bestimmte Exchange-Funktionen weiterhin EWS. Wird der Zugriff blockiert, können Sicherungen oder Wiederherstellungen fehlschlagen.

Typische Fehlermeldungen sind unter anderem:

  • „Die EWS API ist nicht verfügbar oder der Zugriff wurde verweigert“
  • „Sie haben keine Berechtigung, auf die Datei auf dem Server zuzugreifen“
  • „403 Forbidden“

Besonders kritisch: Einige Microsoft-365-Tenants sind bereits jetzt von Einschränkungen betroffen, obwohl die offizielle Abschaltung erst später in 2026 beginnt.

Zusätzlich entfernt Microsoft ab Ende Juni 2026 den EWS-Zugriff für bestimmte Lizenztypen wie Kiosk-, F1- und F3-Lizenzen. Nutzer mit diesen Lizenzmodellen benötigen künftig eine Lizenz mit EWS-Berechtigung, damit Backups weiterhin funktionieren.

Synology migriert auf Microsoft Graph

Synology arbeitet bereits an der Umstellung seiner Lösungen auf Microsoft Graph. Die Migration erfolgt in zwei Phasen:

Phase 1: Ab Oktober 2026

Der Großteil der Dienste soll bis dahin auf Microsoft Graph umgestellt sein. Einige Funktionen werden jedoch vorübergehend weiterhin EWS benötigen, beispielsweise:

  • Wiederherstellung einzelner E-Mails
  • Backup und Restore archivierter E-Mails
  • Gruppennachrichten und Gruppenkalender
  • bestimmte Dienste in der China-Region

Phase 2: Bis April 2027

Sobald Microsoft die noch fehlenden Funktionen vollständig über Graph bereitstellt, soll EWS endgültig entfallen und die Migration abgeschlossen werden.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, ob EWS im eigenen Microsoft-365-Tenant weiterhin aktiviert ist. Ist EWS deaktiviert, können Backup- und Restore-Prozesse bereits heute ausfallen.

Synology empfiehlt daher ausdrücklich, die Einstellungen auf Organisations- und Benutzerebene zu kontrollieren.

EWS in Microsoft 365 prüfen und aktivieren

Die Prüfung erfolgt über Exchange Online PowerShell.

1. Verbindung zu Exchange Online herstellen

Zunächst wird das benötigte Modul installiert und eine Verbindung aufgebaut:

Install-Module -Name ExchangeOnlineManagement
Connect-ExchangeOnline

2. EWS auf Organisationsebene prüfen

Mit folgendem Befehl lässt sich kontrollieren, ob EWS im Tenant aktiviert ist:

Get-OrganizationConfig | fl EWSEnabled

Falls EWS deaktiviert wurde, kann die Funktion mit diesem Befehl wieder aktiviert werden:

Set-OrganizationConfig -EwsEnabled $true

3. EWS auf Benutzerebene aktivieren

Auch einzelne Postfächer können EWS blockieren. Um den Zugriff für alle Benutzer freizugeben, empfiehlt Synology folgenden Befehl:

Get-CASMailbox -ResultSize Unlimited | Set-CASMailbox -EwsEnabled $true

Warum schnelles Handeln sinnvoll ist

Die Umstellung erfolgt schrittweise. Unternehmen könnten daher zunächst keine Probleme bemerken, bevor Sicherungen plötzlich fehlschlagen.

Gerade bei Microsoft-365-Backups ist ein funktionierender Restore-Prozess jedoch essenziell. Wer seine Synology-Backupumgebung frühzeitig überprüft, reduziert das Risiko von Ausfällen und Datenverlusten deutlich.

Zudem ist damit zu rechnen, dass Microsoft die Einschränkungen für EWS in den kommenden Monaten sukzessive verschärft.

Fazit

Die angekündigte Abschaltung von EWS ist eine der wichtigsten Änderungen für Microsoft-365-Administratoren der kommenden Monate. Unternehmen mit Synology-Backup-Lösungen sollten jetzt aktiv werden und ihre Konfiguration überprüfen.

Die gute Nachricht: Synology arbeitet bereits an der vollständigen Migration auf Microsoft Graph. Bis diese abgeschlossen ist, bleibt EWS jedoch für bestimmte Backup- und Restore-Funktionen weiterhin erforderlich.

Wer frühzeitig reagiert, sorgt dafür, dass Microsoft-365-Sicherungen auch während der Übergangsphase zuverlässig funktionieren.

Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen.

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