Mit Surveillance365 setzt Synology einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung seiner Überwachungslösungen. Die neue Video Surveillance as a Service (VSaaS)-Plattform ermöglicht es Unternehmen, eine zentrale Videoüberwachung für mehrere Standorte innerhalb weniger Minuten bereitzustellen – und das ohne zusätzlichen IT-Aufwand. Seit der Einführung von Surveillance Station im Jahr 2008 hat Synology konsequent an einem privaten, vollständig integrierten Überwachungsökosystem gearbeitet. Mit Surveillance365 wird diese Vision nun vollständig Realität.
Doch während Synology hier klar den Enterprise-Markt im Blick hat, stellt sich die Frage: Was bedeutet das für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs)?
Schnelle Bereitstellung, einfache Verwaltung – aber für wen?
Der Standard Plan von Surveillance365 ist mit kompatiblen Synology-Kameras sogar kostenfrei nutzbar. Die Verwaltung erfolgt zentral über ein Webportal oder eine mobile App, und die Einrichtung einer Kamera dauert laut Hersteller bis zu zwei Minuten. Kein dediziertes IT-Personal, keine lokale Serverkonfiguration – das klingt nach einer idealen Lösung für Unternehmen mit verteilten Standorten, wie Filialnetze, Baustellen oder internationale Niederlassungen.
Doch hier liegt auch die erste Kritik: Synology scheint sich mit dieser Lösung immer stärker auf große Unternehmen mit komplexen Sicherheitsanforderungen zu konzentrieren. Für KMUs, die oft keine globalen Standorte, sondern lokale oder regionale Strukturen haben, könnte der Nutzen begrenzt sein. Die Frage ist: Brauchen sie wirklich eine Cloud-Lösung, oder reicht eine lokale, kostengünstigere Alternative?
Edge-Aufzeichnung und KI: Innovation mit Haken
Ein großer Vorteil von Surveillance365 ist die Edge-Aufzeichnung: Videoaufnahmen werden lokal auf einer integrierten microSD-Karte gespeichert. KI-Analysen wie Personen-, Fahrzeug-, Eindringlings- und Verweilerkennung werden direkt in der Kamera verarbeitet. Das hat zwei Vorteile:
- Schnellere Warnmeldungen, da keine Cloud-Anbindung nötig ist.
- Reduzierter Bandbreitenbedarf, da die Daten nicht ständig in die Cloud übertragen werden müssen.
Zusätzlich priorisiert Surveillance365 lokale Peer-to-Peer-Verbindungen für die Live-Ansicht. Der Low Bandwidth Mode kann die benötigte Bandbreite um bis zu 50 % reduzieren, ohne die Videoqualität stark zu beeinträchtigen.
Doch auch hier stellt sich die Frage: Ist diese Technologie für KMUs wirklich notwendig? Viele kleine Unternehmen benötigen keine Echtzeit-KI-Analysen, sondern eine zuverlässige, einfache Überwachungslösung. Hier könnte Synology riskieren, den Mittelstand aus den Augen zu verlieren.
Selbst-Hosting mit KI: Eingeschränkte Optionen
Wer auf Selbst-Hosting mit KI-Funktionen setzen möchte, hat bei Synology aktuell nur eine Option: die vier Jahre alte DVA1622. Doch selbst hier ist die Lösung nicht komplett – denn für die Live-Ansicht wird zusätzlich noch die VS600HD und zum Backup der Daten ein weiteres NAS benötigt. Die Auswahl ist wirklich begrenzt, obwohl viele Synology-NAS-Modelle grundsätzlich für Videoüberwachung geeignet sind – allerdings ohne volle KI-Funktionalität. Das zeigt: Wer KI braucht, muss entweder in die Cloud oder auf veraltete Hardware setzen.
Compliance und Sicherheit: Ein Plus für Behörden – aber für KMUs?
Alle Synology-Kameras, die mit Surveillance365 eingesetzt werden, erfüllen die Vorgaben von NDAA und TAA. Das macht sie besonders attraktiv für Behörden und Organisationen mit hohen Sicherheitsanforderungen. Der Business-Plan ergänzt die Lösung um:
- Detaillierte Berechtigungsprofile
- Standortbezogene Kameraverwaltung
- Umfassende Audit-Protokolle
Für KMUs, die keine solchen Compliance-Anforderungen haben, könnte das Over-Engineering sein. Die Kosten-Nutzen-Rechnung muss hier genau stimmen.
Schutz vom Zugriff bis zum Backup: Synologys Stärken
Der Zugriff auf Surveillance365 wird durch Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt. Ein C2-Verschlüsselungsschlüssel, der ausschließlich beim Kontoinhaber liegt, sorgt für zusätzliche Sicherheit. Optional lassen sich Aufzeichnungen in C2 OneStorage sichern – ereignisbasiert oder kontinuierlich mit Aufbewahrungsfristen von 45 bis 3.650 Tagen. Der Cloud-Backup-Dienst schützt zudem Aufzeichnungen aus Surveillance Station auf bestehenden Synology NAS-Systemen.
Hier zeigt Synology einmal mehr, dass es Sicherheit und Datenschutz ernst nimmt – ein wichtiger Faktor für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe.
Was bedeutet das für unsere Kunden?
Als Synology-Partner sehen wir in Surveillance365 eine spannende Entwicklung, die vor allem für große Unternehmen mit verteilten Standorten interessant ist. Doch wir wissen auch: KMUs haben andere Bedürfnisse.
Unsere Leistungen für Sie:
✅ Individuelle Beratung: Wir analysieren, ob Surveillance365 für Ihr Unternehmen sinnvoll ist – oder ob eine lokale Lösung wie Surveillance Station auf einem Synology NAS die bessere Wahl ist.
✅ Kosteneffizienz: Wir helfen Ihnen, die Kosten-Nutzen-Rechnung zu verstehen und eine Lösung zu finden, die Ihre Anforderungen erfüllt, ohne unnötige Features zu bezahlen.
✅ Integration & Support: Ob Cloud oder lokal – wir unterstützen Sie bei der Einrichtung, Wartung und Skalierung Ihrer Überwachungslösung.
✅ Zukunftssicherheit: Synology setzt klar auf Cloud und Enterprise – wir sorgen dafür, dass auch KMUs nicht abgehängt werden.
Fazit: Synology geht den Enterprise-Weg – wir bleiben bei den KMUs
Surveillance365 ist zweifellos ein technologisch beeindruckendes Produkt, das vor allem große Unternehmen anspricht. Doch Synologys Fokus auf Enterprise-Lösungen könnte dazu führen, dass KMUs sich vernachlässigt fühlen.
Als Ihr Synology-Partner setzen wir uns dafür ein, dass auch kleinere Unternehmen von den Innovationen profitieren – ohne dabei unnötige Komplexität oder Kosten in Kauf nehmen zu müssen.
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